ETFs: Die Zukunft ist aktiv

Börsengehandelte Fonds (Exchange Traded Funds, ETFs) sollen einen liquiden, kostengünstigen und transparenten Zugang zu den globalen Märkten ermöglichen und den Investoren darüber hinaus ganz aktuelle Preise im Tagesverlauf (Intra-Day) bieten. Die Vorteile des ETF-Mantels haben in den letzten zwei Jahrzehnten zur enormen Popularität von ETFs beigetragen.

Bis vor kurzem waren ETFs gleichbedeutend mit passiven Anlagestrategien. Fondsanbietern und Investoren wird jedoch zunehmend bewusst, dass der ETF-Mantel auch ein ideales Format für aktiv verwaltete Anlagelösungen ist.


Die Vorteile aktiver ETFs

Einer der wichtigsten Vorteile aktiver ETFs besteht darin, dass sie gezielt auf spezifische Ergebnisse zugeschnitten werden können. Zum Beispiel kann ein aktiver Aktien-ETF mithilfe einer fundamentalen Titelauswahl dazu beitragen, Überschusserträge oberhalb eines bestimmten Index zu generieren.

Da die Gewichtungsmethode aktiver Strategien im Ermessen des Portfoliomanagers liegt (im Rahmen gewisser Vorgaben zur Abweichung der Wertentwicklung von seinem Vergleichindex („Tracking Error“)), sind aktive ETFs zum Teil in der Lage, die Einschränkungen marktkapitalisierungsgewichteter Indizes auszugleichen. So können aktive Anleihen-ETFs die Kreditwürdigkeit einzelner Emittenten beurteilen und von der Gewichtungsmethode traditioneller Vergleichsindizes von Anleihen abweichen, die Emittenten mit höheren ausstehenden Verbindlichkeiten stärker gewichten.

Aktive Strategien können ein Engagement in bestimmten Anlagekriterien ermöglichen, etwa Wertpapiere mit ausgeprägten Merkmalen in Bezug auf Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung (ESG). Zudem haben sie die Fähigkeit, ihre Portfolios unabhängig von den systematischen Anpassungsterminen passiver Indizes neu auszurichten – ein entscheidender Vorteil, der bei aktiven ETFs dazu beitragen kann, rasch auf unerwartete Marktereignisse zu reagieren.

Da die Nachfrage nach aktiven Strategien wächst und immer mehr aktive ETFs aufgelegt werden, sollten sich die Investoren mit ihrer Funktionsweise im Vergleich zu passiven Fonds und ihren Einsatzmöglichkeiten in den Portfolios genau vertraut machen.

Fünf Dinge, die Sie bei einer Investition in aktive ETFs beachten sollten

Wie bei passiven ETFs müssen Anleger in aktive ETFs die Fähigkeiten des ETF-Anbieters, die Struktur des ETF und die Kosten der Investition beurteilen. Da die Auswahl aktiver ETF-Strategien und Anlageprozesse jedoch stetig zunimmt, werden die Investoren auch das Anlagesystem eines ETF näher betrachten müssen. Außerdem werfen aktive ETFs zusätzliche Fragen in Bezug auf Liquidität und Preise auf, daher sollten Anleger auch die handelstechnischen Fähigkeiten des ETF-Anbieters genau unter die Lupe nehmen.

  1. Die Wahl des ETF-Anbieters
    Bei der Beurteilung potenzieller aktiver ETFs sollten Anleger die Merkmale und Fähigkeiten des ETF-Anbieters in Betracht ziehen. Dabei sollten sie bei einem Anbieter investieren, den sie wertschätzen und der im Hinblick auf seine Anlagekompetenzen und -erkenntnisse eine ähnliche Entwicklung aufweist.
    Anleger müssen insbesondere sicherstellen, dass der ETF-Anbieter ihnen die nötige Kundenbetreuung bieten kann. Verfügt der Anbieter zum Beispiel über einen mehrsprachigen Kundenservice? Besitzt der Anbieter eine spezielle Website, wo die Fondsinformationen leicht abrufbar sind? Wie gut ist der Anbieter mit den regulatorischen Neuerungen innerhalb der Branche vertraut und darauf eingestellt?
  2. Evaluieren Sie die gesamten Investitionskosten
    Wie bei passiven ETFs sind die Gesamtkosten einer Investition sorgfältig abzuwägen. Niedrige Gebühren sind natürlich attraktiv, aber die Gesamtkostenquote (TER) ist nur eine Komponente der kompletten Anlagekosten eines ETF.
    Neben der TER müssen Anleger noch andere Kosten einkalkulieren, die eine ETF-Investition mit sich bringt. Dazu gehören Faktoren wie die Transaktionskosten bei der Neuausrichtung des Portfolios sowie etwaige Aufwendungen und Risiken im Zusammenhang mit der ETF-Struktur. Während die Kosten und Risiken der physischen und synthetischen (swapbasierten) Indexreplikation für aktive ETF-Investoren eventuell weniger relevant sind, fallen die strukturellen Auswirkungen dennoch stark ins Gewicht. Zum Beispiel können sich aktive ETFs an Wertpapierleihgeschäften beteiligen, um die Kosten auszugleichen, wie es bei der physischen Replikation in passiven ETFs auch oft der Fall ist.
    Darüber hinaus müssen Investoren auch die Kosten für den Erwerb und die Veräußerung von Fondsanteilen berücksichtigen. Diese Aufwendungen beinhalten Maklergebühren sowie die Ausgabe- und Rücknahmekosten über die autorisierten Teilnehmer (AT). Die Gesamtheit aller Kosten für das Halten und den Handel eines ETF vermittelt den Anlegern einen Eindruck der gesamten Investitionskosten.

  3. TOTAL INVESTMENT COST

    Source: J.P. Morgan Asset Management. For illustrative purposes only.

  4. Machen Sie sich mit dem Anlagesystem des ETFs vertraut
    Aktive Strategien streben potenzielle Überschusserträge an, die über den Ertrag der Benchmark hinausgehen, doch die Bandbreite der möglichen Ergebnisse bzw. die Abweichungen der Performance von traditionellen Vergleichsindizes werden weitaus größer sein als bei passiven ETFs. Aus diesem Grund werden aktive ETFs im Vorfeld ein intensiveres Research und später eine genauere Überwachung der Performance und des Portfoliomanagements erfordern als Indexstrategien, die nach Marktkapitalisierung gewichtet sind.
    Bei einem aktiven ETF hängen die Titelauswahl, die Anlageallokationen und das Risikomanagement von der Anlagephilosophie, den Überzeugungen und den Fähigkeiten des Portfoliomanagers ab. Daher sollten sich die Investoren unbedingt vergewissern, dass die aktive Strategie auf einem ähnlichen, wiederholbaren Prozess beruht, der zu ihrer Risikotoleranz und ihren allgemeinen Anlagezielen passt.
  5. Achten Sie auf die Liquidität der Basiswerte
    Einige aktive Strategien und auch einige Anlageklassen werden sich nicht für den ETF-Mantel eignen. Deshalb sollte man darauf achten, dass der ETF eine ausreichende Handelsliquidität bietet. Vor allen Dingen muss eine gute aktive ETF-Strategie liquide und handelbare Basiswerte beinhalten, damit die Kosten für die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen gering bleiben und ohne Weiteres Intra-Day-Preise gestellt werden können.
    Anleger sollten sich deshalb eingehend mit den Wertpapieren im Ausgangsuniversum eines ETF befassen. Dieses basiert entweder auf einem Referenzindex oder auf dem Anlageuniversum des jeweiligen Portfoliomanagements bzw. Analystenteams. Ein aktiver ETF, dessen Ausgangsuniversum aus US-Aktien besteht, wird im Handel beispielsweise liquider und preiswerter sein als ein ETF mit einem Ausgangsuniversum von Schwellenländeranleihen.
    Anleger werden auch auf den Portfolioaufbau eines Fonds achten müssen, um einen vollständigen Eindruck von seinem Liquiditätsprofil zu erhalten. Dies umfasst die Analyse der Anlagekriterien für die Auswahl der Wertpapiere, wie das Risikomanagement im Rahmen der Strategie umgesetzt wird, etwaige Vorgaben in Bezug auf den Tracking Error sowie ggf. individuelle Wertpapierbeschränkungen oder sonstige Portfolioauflagen, die sich auf die Zusammensetzung des Portfolios auswirken.
  6. Fokussieren Sie sich auf die Handelskompetenz
    Wie bei passiven ETFs sollte ein guter aktiver ETF mit einem spezialisierten Kapitalmarktteam einhergehen, das über eine robuste Technologieplattform und enge Kontakte zu einer Vielzahl autorisierter Teilnehmer (AT) verfügt. Der ETF-Anbieter muss nachweisen können, dass er den AT alle nötigen Informationen liefern kann, um eine effiziente Preisstellung für den ETF zu gewährleisten. Dies schließt sowohl die Primär- als auch die Sekundärmärkte ein, um die Liquidität zu erhöhen.
    Bei aktiven ETFs ist die Handelskompetenz besonders wichtig, da aktive Strategien die Flexibilität besitzen, außerhalb ihrer regulären Anpassungsphase zu handeln. Das bedeutet, dass die Portfoliomanager Wertpapiere jederzeit kaufen oder verkaufen können, um eine veränderte Markteinschätzung zu berücksichtigen. Investoren in aktiven ETFs sollten deshalb dafür sorgen, dass der ETF-Anbieter über die entsprechenden Kapitalmarktressourcen und technologischen Systeme verfügt, um diese zusätzlichen Anforderungen zu erfüllen und den Anlegern stets die bestmögliche Ausführung und Preistransparenz bieten zu können.

  7. THE ETF ECOSYSTEM

  8. Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Zugang des ETF zum Sekundärmarkt – wenn ein ETF Anteile zurücknehmen muss oder neue Zuflüsse erhält, muss er seine zugrunde liegenden Wertpapiere eventuell nicht handeln, wenn ein AT oder Market Maker stattdessen in der Lage ist, einen bereitwilligen Käufer bzw. Verkäufer für die ETF-Anteile zu finden. Allerdings gibt die sichtbare „börsliche“ Liquidität unter Umständen kein vollständiges Bild wieder. Konsolidierte Handelsberichte, die sowohl versteckte außerbörsliche Transaktionen (OTC) als auch den Börsenhandel auflisten, können mitunter besser veranschaulichen, wie gut ein ETF auf die Sekundärmärkte zugreifen kann.

Der Einsatz aktiver ETFs in einem Anlageportfolio

Aktive ETFs bieten Anlegern ein wirksames Instrument für die Portfoliokonstruktion. Heute können Anleger dank hochentwickelter aktiver Strategien ETF-Portfolios mit einem Komplexitäts- und Diversifizierungsgrad aufbauen, den sie vor fünf oder zehn Jahren nicht für möglich gehalten hätten.

Aktive ETF-Strategien eignen sich gut, um den strategischen Kern ihrer Portfolios auszugestalten. Gleichzeitig kann eine aktive Strategie dazu dienen, das Alpha eines Portfolios mit passiven Kernpositionen zu erhöhen oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Verlauf des Marktzyklus taktische Allokationen vorzunehmen.

Zum Beispiel können aktive Anleihen-ETFs mithilfe der Sektor- und Titelauswahl ein sehr ähnliches Durations- und Kreditengagement aufrechterhalten. Dadurch sind sie ideal für Investoren, die ihre Positionierung auf der Renditekurve oder ihre Sensitivität gegenüber den Kreditspreads schnell und effizient ändern möchten.

Andere Beispiele sind die Erhöhung des Alpha in einem Plain-Vanilla-Portfolio oder die Verwendung eines ETFs mit wachstumsorientiertem Anlagestil, um die Value-Ausrichtung eines Portfolios relativ kostengünstig zu verringern.

Fallstudie eines aktiven ETF: Ultra-Short Income

Die Chance

Steigende US-Zinsen wirken sich sowohl auf kurzfristige Cash-Investoren als auch auf längerfristige Anleiheninvestoren aus:

  1. Cash-Investoren können im längerfristigen Bereich der Kurve zusätzliche Renditen auf ihre Barreserven abschöpfen, möchten die Volatilität jedoch nicht signifikant erhöhen.
  2. Anleiheninvestoren möchten die Zinsanfälligkeit (Duration) ihrer Portfolios reduzieren und zugleich einen stetigen, laufenden Ertrag erzielen.

Die Vorteile einer aktiven ETF-Strategie

  • Das Kredit- und Durationsengagement kann aktiv verwaltet werden, um eine ultrakurze Durationsspanne (in der Regel 0,25–1,00 Jahre), eine konkurrenzfähige Rendite und ein geringes Bonitätsrisiko anzustreben.
  • Anleiheninvestoren können aktive Ultra-Short Income ETFs verwenden, um das Kredit- und Durationsengagement in längerfristigen strategischen Portfolios zu verringern und zugleich einen stetigen und vorhersehbaren Ertrag zu generieren. Der ETF-Mantel ermöglicht eine schnelle und effiziente Allokation, um veränderten Anlagebedürfnissen und der Entwicklung des Makroumfelds gerecht zu werden.
  • Cash-Investoren können aktive Ultra-Short Income ETFs dazu nutzen, die Renditen ihrer Barreserven in segmentierten Liquiditätsportfolios zu steigern. Der ETF-Mantel bietet eine kostengünstige tägliche Liquidität und gewährleistet damit die defensiven Eigenschaften, die für eine Allokation von Barreserven erforderlich sind.

  • Taktische Lösungen für den Bedarf von Barreserven und strategische Lösungen für Portfolios mit kurzer Duration

    Quelle: J.P. Morgan Asset Management. Nur zur Veranschaulichung.

    Die Auswahl der richtigen Strategie

  • Investoren sollten sicherstellten, dass der ETF-Anbieter einen Anlageprozess mit einer ähnlichen Erfolgsbilanz über einen gesamten Marktzyklus aufweist, auch bei volatilen Märkten.
  • - Dabei sind sowohl die Kompetenz und Erfahrung im Kreditresearch des Anbieters als auch die Expertise der Portfoliomanager zu berücksichtigen.

  • Investoren sollten ferner auf die angestrebte Durationsspanne des Fonds achten und überprüfen, in welche Arten von Instrumenten der Fonds investieren kann.
  • - Das betrifft zum Beispiel die Frage, ob der Fonds strukturierte/verbriefte Kredite halten kann, die insbesondere bei steigenden Zinsen attraktive Renditen bieten können, dafür jedoch größere Ressourcen erfordern, um die Kreditqualität zu analysieren.





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