Each quarter, our Global Equities' senior investors, led by Paul Quinsee, meet to discuss current trends, best opportunities, and key risks in global equity markets. Our 3Q 2017 Global Equity represent the output of this meeting.

IN KÜRZE

Nach den Aktienmarktgewinnen im ersten Quartal sind wir nun etwas vorsichtiger geworden. Es gibt jedoch immer noch gute Gründe, investiert zu bleiben.

Aktien aus den Schwellenländern erscheinen nach einer deutlichen Erholung von den Tiefständen im Oktober attraktiv. Auch Aktien aus dem Vereinigten Königreich, die im Vergleich zum breiteren Markt mit bedeutenden Abschlägen gehandelt werden, bieten trotz sichtlicher Unsicherheit wegen des Brexits interessante Chancen.

Substanzaktien bewegen sich im Vergleich zu Wachstumswerten in der Nähe der historischen Tiefstände und die Wirtschaftsaussichten bereiten erneut Sorgen. Deshalb sehen wir Chancen bei hochwertigen Substanzanlagen und zyklischen Aktien.

Die größten Risiken für unseren Ausblick sind weiterhin der Handel und die Zölle. Außerdem sind wir aufmerksam bezüglich Anzeichen einer Rezession.


BESTANDSAUFNAHME

Nach einer kräftigen Erholung vom stark durchwachsenen Ende des letzten Jahres gibt es nun zahlreiche Gründe, die Aussichten der weltweiten Aktienmärkte vorsichtiger einzuschätzen. Angesichts des stagnierenden Wachstums in den wichtigsten Industrieländern und der Bedenken hinsichtlich der Aussichten in China haben die Analysten insbesondere die weltweiten Gewinnprognosen stetig gesenkt. Die Anleihemärkte senden die Botschaft aus, dass es vorerst weitergeht wie bisher. Die US-Zinskurve hat sich jüngst vorübergehend invertiert und in Nordeuropa und Japan verbreitet sich erneut die beunruhigende Aussicht auf negative Renditen. Da die USA den bislang zweitlängsten Wirtschaftsaufschwung der Geschichte erleben, machen sich die Anleger verständlicherweise Sorgen um die Wachstums- und Gewinnaussichten der kommenden Jahre.

Wir sind nach den jüngsten Gewinnen ebenfalls vorsichtiger geworden, es gibt allerdings einige gewichtige Gründe, investiert zu bleiben. Trotz der Kurssprünge der vergangenen drei Monate sind die Aktienmarkt-bewertungen immer noch angemessen. Zudem haben globale Aktien sowie Schwellenländeraktien im Vergleich zu US-Aktien ungewöhnlich hohe Abschläge. Gegenüber den Renditen, die auf Anleihemärkten geboten werden, erscheinen Aktien weltweit wieder günstig. Bei Risikoengagements gibt es auf den Märkten immer noch ungewöhnlich hohe Abschläge. Zwischen niedrig und hoch bewerteten Aktien sind die Bewertungsunterschiede überdurchschnittlich hoch. All dies deutet darauf hin, dass sich Anleger der kurzfristigen Herausforderungen sehr bewusst sind, und die Stimmung auf dem Aktienmarkt ist alles andere als überschwänglich. Vor dem Hintergrund gedämpfter Wirtschaftsaussichten gibt es indes Anzeichen dafür, dass die Managementteams in Europa und Japan eine „Selbsthilfestrategie“ verfolgen, während US-Unternehmen immer noch Aktien zurückkaufen, um auf historisch spendablem Niveau Kapital an Aktionäre zurückzuzahlen.


TRENDS

Unsere Gewinnprognosen sanken weiter, sie tun dies seit Mitte 2018, und dieses Jahr rechnen wir auch weiter mit moderatem Wachstum. Die niedrigen Rohstoffpreise und das schwächere Wachstum waren besonders abträglich für den Industriesektor. Aber auch Technologie-werte haben teilweise nachgegeben. Langfristig (und wir denken, dass diese Perspektive wichtiger ist), sind wir immer noch der Meinung, dass in vielen weiteren zyklischen Sektoren die Gewinne über das verträgliche Maß hinausgehen. Im Halbleiterbereich zeichnet sich jedoch bereits eine Korrektur ab. Auch in Schwellenländern sanken die Gewinnerwartungen. Jüngst gab es jedoch zaghafte Anzeichen für eine Verbesserung – die Aussichten sind sicherlich nicht stabil, unterscheiden sich aber nur wenig von unserer Sichtweise vor einem Jahr. Eine Rezession in den USA würde dies natürlich ändern, aber abgesehen von den Signalen der Zinskurve sehen wir noch keine der üblichen Warnhinweise.

Zurückhaltendere Aussichten beim Wirtschaftswachstum ermuntern die Unternehmen dazu, sich auf die Aktionäre zu konzentrieren, indem sie Kapital zurückzahlen und umstrukturieren, um die Rentabilität zu erhöhen. In Europa haben Aktienemissionen jetzt scheinbar erstmals seit zehn Jahren durch schrittweise zunehmende Aktienrückkäufe ein negatives Nettovolumen (ABBILDUNG 1). Auch in Japan fassen ähnliche Praktiken langsam Fuß.

Allerdings variiert die Haltung der unterschiedlichen Unternehmen immer noch enorm, so daß interessante Chancen für Titelselektion und aktives Management bestehen. Unternehmen in den USA zahlen weiter Kapital in Rekordhöhe zurück und immer mehr aktive Anleger schnappen sich schnell vermeintliche Nachzügler.

Value-Aktien wurden dieses Jahr erneut von wachstumsorientierteren Werten in den Schatten gestellt, da Anleger angesichts verhaltenerer Wirtschaftsaussichten und Misstrauen gegenüber zyklischeren Anlagen schnell zu ihren Lieblingsthemen zurückkehrten. Dies verlängert die bereits zehn Jahre andauernde Underperformance des Value-Stils. In den letzten hundert Jahren der Geschichte der Börse ist dies wohl einer der längsten Zeiträume. Zwischen den Kursen von Wachstums- und Substanzwerten klafft inzwischen eine sehr große Lücke, was nur wenig überraschend ist. Größer war sie nur während des ersten Internetbooms der Jahre 1999-2000. Anleger begeisterten sich im vergangenen Jahr auch wieder für beständige Dividendenzahler und die so genannten „Bond Proxies“ (Aktien mit Anleihecharakter) nehmen wieder einen hohen Aufschlag. Zyklische Unternehmen und Finanzwerte (eine beliebte Wahl) hinkten dieses Jahr bislang sogar in besseren Marktphasen hinterher.

ABBILDUNG 2 veranschaulicht einige Aspekte unseres Ausblicks.



CHANCEN

Nach Regionen erscheinen uns Schwellenmärkte immer noch recht attraktiv. Die Bewertungen sind inzwischen nicht mehr extrem niedrig, aber immer noch vernünftig – trotz der 15-prozentigen Erholung vom Tiefstand im vergangenen Oktober. Innerhalb dieser Gruppe hat der äußerst wichtige chinesische Aktienmarkt unserer Ansicht nach weiter Erholungspotenzial. Die Stimmung erholt sich vom massiven Ausverkauf 2018.

Bei Aktien aus Großbritannien sind bedeutende Abschläge erkennbar. Dies schützt in hohem Maße vor der sichtlichen Unsicherheit wegen des Brexit. Unsere Portfoliomanager weisen darauf hin, dass es bei den größten britischen Unternehmen eine starke internationale Ausrichtung der Umsätze und Gewinne gibt. Aktien aus Großbritannien bieten zudem eine Dividendenrendite von über 5% gegenüber weltweit durchschnittlich etwa 3% und sie werden gegenüber dem MSCI World mit einem Abschlag von 30% gehandelt – fast auf einem 30-Jahres-Tief. Daher bieten sich hier einige interessante Anlagechancen (ABBILDUNG 3).

Zyklische Aktien waren im vergangenen Jahr ebenfalls angeschlagen und sehr niedrige Multiplikatoren bei den aktuellen Gewinnen etwa im Automobilsektor und bei Fluggesellschaften zeigen, dass Anleger bei der Frage, ob diese Gewinne von Dauer sind, weiterhin äußerst skeptisch sind. In vielen Fällen stimmen wir dem zu, aber bei verschiedenen Strategien haben wir ausgewählte Transport-, Energie-, Industrie- und Finanzwerte hinzugefügt. Wir hatten bereits festgehalten, dass diese Gruppe der Value-Aktien nach einem langen Jahrzehnt der Underperformance langfristig gesehen ungewöhnlich attraktiv erscheint – und dies ist immer noch der Fall. Sorgen angesichts des globalen Wirtschaftswachstums und niedriger Zinsen haben den in wertorientierten Portfolios vorherrschenden Finanzwerten und zyklischen Aktien geschadet. Aber die Abschläge bei Substanzaktien lagen auch in den vergangenen 30 Jahren weit im obersten Dezil, weshalb Anleger auf diese Gruppe achten sollten. Aufgrund dessen suchen viele unserer Portfoliomanager aktuell nach nach qualitativ hochwertigeren zyklischen Aktien.

Auf dem US-Markt konzentrieren wir uns im Bereich Grwoth weiter auf softwareorientierte Unternehmen. Sie haben enorme langfristige Chancen, in verschiedensten Branchen Marktanteile zu gewinnen, während einige klassische „FAANG“ Growth-Aktien (Technologieaktien) an Attraktivität verloren haben. Viele softwareorientierte Werte haben sich in jüngster Zeit stark verbessert und ihre Bewertungen sind scheinbar vollständig ausgereizt – viele bieten aus unserer Sicht jedoch sehr vielversprechende, langfristige Aussichten. Sie sind im Begriff, angesichts einer zunehmend älteren Belegschaft vom Bedarf nach höherer Produktivität zu profitieren sowie von zusätzlicher Nachfrage kleiner und mittlerer Unternehmen, die in zunehmendem Maße Softwaresysteme einsetzen. Der gefeierte Unternehmensgründer und Wagniskapitalgeber Marc Andreessen prognostizierte, dass „Software die Welt fressen wird“. Sollte dies stimmen, gibt es im Technologie-, Finanz- und Verbrauchersektor attraktive softwareorientierte Geschäftsmodelle. Nicht weniger als zwei Drittel unseres Wachstumsportfolios ist inzwischen in diesem Schlüsselthema investiert.

RISIKEN

Beim Thema Handelszölle und Handelsbarrieren haben sich die Märkte ein wenig entspannt. Dennoch beobachten wir weiterhin sehr genau, wie sich dieses Thema entwickelt und machen uns Sorgen, dass die Lieferketten und die innerhalb von 30 Jahren entstandenen globalen Handelsbeziehungen in bedeutendem Maße beeinträchtigt werden könnten. Wie bereits erwähnt, ist das Zollproblem für Unternehmen wichtiger als für die Gesamtwirtschaft, wobei die Vorteile vor allem auf Seiten der Unternehmen liegen, die von einer Reduzierung der Kosten, der Erschließung neuer Märkte und geringeren Steuerzahlungen profitieren konnten.

Bisher beunruhigte uns, dass auch eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed den lang anhaltenden Bullenmarkt stark gefährden könnte. Dieses Risiko hat sich scheinbar verringert und auf den Märkten machte sich dies schnell bemerkbar. Auf der Liste der möglichen Risiken steht die Rezession an höherer Position, mittelfristig ist sie jedoch trotz der düsteren Botschaft der Anleihemärkte keine Gefahr.

In allen Regionen sind die Risikoprämien für defensive Aktien – jene, die weniger anfällig für die wirtschaftlichen Bedingungen sind – wieder hoch. Dies deutet darauf hin, dass diese Werte verglichen mit zyklischeren Aktien teuer erscheinen.






Wichtige Hinweise

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFID II sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFID II / MiFIR Anforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.

Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung noch eine Empfehlung für den Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar, noch sichert J.P. Morgan Asset Management oder eine seiner Tochtergesellschaften zu, sich an einer der in diesem Dokument erwähnten Transaktionen zu beteiligen. Sämtliche Prognosen, Zahlen, Einschätzungen oder Anlagetechniken und -strategien dienen nur Informationszwecken, basierend auf bestimmten Annahmen und aktuellen Marktbedingungen, und können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Alle in diesem Dokument gegebenen Informationen werden zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt erachtet. Jede Gewährleistung für ihre Richtigkeit und jede Haftung für Fehler oder Auslassungen wird jedoch abgelehnt. Zur Bewertung der Anlageaussichten bestimmter in diesem Dokument erwähnter Wertpapiere oder Produkte sollten Sie sich nicht auf dieses Dokument stützen. Darüber hinaus sollten Investoren eine unabhängige Beurteilung der rechtlichen, regulatorischen, steuerlichen, Kredit- und Buchhaltungsfragen anstellen und zusammen mit ihren professionellen Beratern bestimmen, ob eines der in diesem Dokument genannten Wertpapiere oder Produkte für ihre persönlichen Zwecke geeignet ist. Investoren sollten sicherstellen, dass sie vor einer Investitionen alle verfügbaren relevanten Informationen erhalten. Der Wert, Preis und die Rendite von Anlagen können Schwankungen unterliegen, die u. a. auf den jeweiligen Marktbedingungen und Steuerabkommen beruhen, und die Anleger erhalten das investierte Kapital unter Umständen nicht in vollem Umfang zurück. Sowohl die historische Wertentwicklung als auch die historische Rendite sind unter Umständen kein verlässlicher Indikator für die aktuelle und zukünftige Wertentwicklung. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorgan Chase & Co. und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs- und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Soweit gesetzlich erlaubt, werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: www.jpmorgan.com/emea-privacy-policy.

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Compliance ID: 0903c02a8257ee18













Paul Quinsee

 








Managing Director und Leiter des globalen Aktienteams




Featured Funds

JPMorgan Funds - US Opportunistic Long-Short Equity Fund

 

Der US Opportunistic Long-Short Equity Fund investiert ausschließlich in US-Aktien mit hohem Überzeugungsgrad und bietet dank seiner Long-Short-Strategie die Möglichkeit, das Abwärtsrisiko im Falle sich abschwächender Märkte zu begrenzen.

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John Bilton


 

Head of the Global Strategy Team for the Multi-Asset Solutions Group.


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JPMorgan Funds—Global Bond Opportunities Fund

 

Broaden the borders of your bond portfolio. The Fund provides flexible, high-conviction exposure across more than 15 fixed income sectors and 50 countries.


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